Mein Kind hat eine Allergie

In Deutschland sind etwa 20-25% aller Kinder von einer Allergie betroffen. Davon reagieren ungefähr 5-10% allergisch auf Lebensmittel oder haben eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die häufigsten Auslöser für eine Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit sind Kuhmilch, Fisch, Nüsse, Hühnerei, Weizen oder Soja. Bei kleinen Kindern verschwinden diese aber häufig wieder bis zum Schuleintritt. Ältere Kinder hingegen entwickeln eine Lebensmittelallergie häufig infolge einer Pollenallergie durch eine Kreuzreaktion. Aber was tut man, wenn das Kind eine Allergie oder Unverträglichkeit hat?

Unterschiede zwischen Allergie und Unverträglichkeit

Junge mit Unverträglichkeit
„Nein, danke.“ – Auch jüngeren Kindern kann schon beigebracht werden, welche Lebensmittel sie bei einer Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit nicht essen dürfen.

Im Alltag werden Allergie und Unverträglichkeit oft synonym verwendet. Aber aus medizinischer Sicht besteht hier ein Unterschied. Wir wollen euch diesen am Beispiel von Nahrungsmittelallergie und Lebensmittelunverträglichkeit erklären. Wenn euer Kind bspw. auf Nüsse allergisch ist, reagiert es schon bei der geringsten Spur von Nüssen im Essen. Das Immunsystem eures Kindes hat sich die „Nuss“ als böses Nahrungsmittel bereits gemerkt und reagiert mit entsprechenden Abwehrmechanismen, wie Juckreiz, Husten, Atemnot oder Schwellung der Schleimhäute. Man spricht hier auch von einer durch das Immunsystem hervorgerufenen Überempfindlichkeitsreaktion.

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit hingegen wird diese Überempfindlichkeitsreaktion nicht durch das Immunsystem hervorgerufen. Eine Unverträglichkeit kann z.B. durch Stoffwechselerkrankungen oder einen Mangel an bestimmten Enzymen ausgelöst werden. Die Symptome sind von Kind zu Kind ganz unterschiedlich und reichen von unreiner Haut bis hin zu Übelkeit und Erbrechen. Hat euer Kind also eine Laktoseintoleranz liegt das nicht am Immunsystem, sondern am Mangel des Enzyms Laktase.

Wie erkläre ich meinem Kind die Allergie?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass ihr mit eurem Kind zum Arzt geht, der dann eine Allergie oder Unverträglichkeit feststellen kann. Am besten, ihr informiert euch anschließend selbst ausführlich darüber und lasst euch Infomaterial vom Arzt geben. Weitere nützliche Informationen erhält man auch beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB).

Dann könnt ihr eine kleine Grafik erstellen, die alle Schritte (von der Aufnahme eines Nahrungsmittels bis hin zur Unverträglichkeit/allergischen Reaktion) enthält. Anhand derer ist es viel einfacher, einem Kind die Allergieproblematik beizubringen. Außerdem ist es wichtig, alles möglichst kindgerecht zu erklären – das mag auf den ersten Blick schwierig erscheinen, weil man selbst schon tief in der Allergiethematik drin ist, aber euer Kind wird es euch danken und nachher alles verstanden haben. Mit Begriffen wie „Laktase“ oder „Antihistamin“ können Kinder selten etwas anfangen.

Außerdem ist es ratsam, sich schon im Vorfeld mit Fragen wie „Mama, wann geht die Allergie wieder weg?“ auseinanderzusetzen – so wird man im Gespräch mit dem Kind nicht überrumpelt.
Wenn eine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit besteht, muss eurem Kind auch klarwerden, dass es zukünftig von diesem Lebensmittel nichts mehr oder nur wenig essen darf. Gut ist, wenn ihr hier gleich leckere Alternativen anbietet, denn dann erscheint der Verzicht nicht ganz so schlimm.

Die Aufklärung über die eigene Allergie ist besonders wichtig, sodass das Kind auch im Kita-Alltag souverän und größtenteils eigenständig damit umgehen kann. Natürlich weiß ein dreijähriges Kind noch nicht, was genau z.B. eine Laktoseintoleranz ist, aber es kann schon wissen, dass es keine Milch, keinen Joghurt usw. essen darf.

Umgang mit der Allergie in der Kita

Wenn das Kind an einer Allergie oder Unverträglichkeit erkrankt ist, ist es ratsam sich zeitnah mit den Erzieherinnen und Erziehern zusammenzusetzen. Gebt in der Einrichtung eine Kopie des Attestes ab, denn so lassen sich Übertragungsfehler oder Verständigungsprobleme vermeiden. Erklärt den ErzieherInnen, worauf zu achten ist und dass vor allem bei Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten Kreuzkontaminationen vermieden werden sollen. Das passiert schnell, wenn es mittags in der Kita an die Essensausgabe geht: Da reicht schon ein vom „normalen“ Essen verunreinigter Löffel.

Außerdem ist ein wachsames Auge der Erzieher in Hinblick auf Symptome gefragt. Klärt auf, was im Ernstfall zu tun ist und schreibt eine Merkliste mit allen wichtigen Schritten. Gegebenenfalls könnt ihr auch Medikamente zur Behandlung im Ernstfall direkt in der Kita lassen. Aber: Die Erzieher können die Gabe von Medikamenten auch ablehnen, weil in diesem Fall immer ein gewisses rechtliches Risiko vorhanden ist.

Tipps zum Umgang mit Allergien
6 Tipps zum Umgang mit Allergien und Unverträglichkeiten in Familie und Kita – Aufklärung ist hier das A&O.

Wenn ihr alle wichtigen Personen involviert und aufklärt und euer Kind mit der Zeit ein Gespür für die Allergie oder Unverträglichkeit entwickelt, ist die Thematik vielleicht nicht mehr so schlimm, wie es zu Beginn erscheinen mag.