Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Kinder naschen gern und bewegen sich teilweise zu wenig. Um dieser Tatsache entgegenzuwirken, geben wir euch heute u. a. praktische Tipps zur Vorbeugung von Übergewicht. Denn dieses Thema ist nicht zu unterschätzen: 15 % aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind übergewichtig, davon bereits 6,3 % adipös (stark übergewichtig). Mit zunehmendem Alter steigt die Anzahl der Betroffenen zusätzlich an. Diese Entwicklung zeigt, dass aus übergewichtigen Kindern und Jugendlichen häufig übergewichtige Erwachsene werden.

Es ist also wichtig, frühzeitig ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu vermitteln, um die Entstehung von Übergewicht zu vermeiden und bestehendes Übergewicht zu beseitigen. Da die Therapie von Adipositas oft langfristig und mit wenig Erfolgschancen verbunden ist, ist eine Adipositasprävention bereits im Kindesalter ratsam.

Ursachen von Adipositas

Die Gründe für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas sind vielseitig und liegen häufig in einer fettreichen Ernährung, zu großen Portionen und zu wenig Bewegung. Die ständige Verfügbarkeit und ein Überangebot von Nahrungsmitteln spielen hierbei eine Rolle. Der Bewegungsmangel steht unter anderem im Zusammenhang mit einem hohen Medienkonsum wie Fernsehen oder Computer spielen. Darüber hinaus wird hier gerne nebenbei unkontrolliert zu fettreichen Snacks und Süßigkeiten gegriffen.
Auch Stress, beispielsweise durch Konflikte in der Schule oder Familie, kann einen Einfluss auf das Essverhalten nehmen. Charakteristisch für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas ist ein Zusammenspiel dieser Faktoren.

Orangenuhr

Folgen des (starken) Übergewichtes

Übergewicht und Adipositas können sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen auswirken. Bereits rund die Hälfte der betroffenen zeigen einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie einen erhöhten Blutdruck, erhöhten Blutfettspiegel oder einen gestörten Kohlenhydratstoffwechsel auf. Neben den körperlichen Folgen nimmt die Lebensqualität häufig durch ein sinkendes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ab.

Starker Junge mit Medaille und Gemüse

Um eine ausgewogene und vielseitige Ernährung zu garantieren, könnt ihr euch an folgenden Grundregeln orientieren:

1. reichlich: pflanzliche Lebensmittel und Getränke
2. mäßig: tierische Lebensmittel
3. sparsam: fett- und zuckerreiche Lebensmittel

 

Weiterführende Informationen für eine ausgewogene Ernährung könnt ihr der Ernährungspyramide für Kinder entnehmen.

 

Darf’s noch ein bisschen Sport sein?

Kinder und Jugendliche sollten dazu animiert werden, sich zu bewegen, wie draußen mit Freunden zu spielen oder auf den Spiel- oder Sportplatz zu gehen. Nach Möglichkeit sollte für viele alltägliche Wege das Fahrrad oder der Roller genutzt und Treppen gestiegen werden. Neben der Steigerung der Alltagsaktivität ist auch eine sportliche Betätigung im Verein sinnvoll, z.B. Tanzen, Fußball oder Badminton. Wichtig ist hier vor allem der Spaßfaktor! Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen sollte die sportliche Aktivität den körperlichen Fähigkeiten angepasst sein und keinem Leistungsdruck unterliegen. Ein guter Richtwert sind ca. 90 Minuten Sport pro Tag. 

Vorbildfunktion der Eltern

Das Ess- und Bewegungsverhalten wird insbesondere durch das Elternhaus geprägt. Kinder imitieren die Gewohnheiten und Vorlieben der Eltern. Gemeinsame Mahlzeiten in guter Atmosphäre sollten nach Möglichkeiten zum Tagesablauf gehören. Darüber hinaus sollten Süßigkeiten nicht als Belohnung eingesetzt werden. Motivieren Sie ihr Kind zu einem gesunden Essverhalten und mehr Bewegung und loben Sie es regelmäßig. Diese Verstärkungsmechanismen unterstützen den Erfolg!