Informationen und Tipps für einen maßvollen Genuss von Süßigkeiten

Im Familienalltag ist das Naschen von Süßigkeiten ein häufiges Thema. Die meisten Kinder lieben süße Leckereien. Wusstet ihr, dass die Vorliebe für süßen Geschmack vom 1. Tag an angeboren ist? Allerdings hängt es von unseren Erfahrungen ab, wie süß wir Lebensmittel empfinden. Es ist sinnvoll euren Kleinen Lebensmittel mit natürlicher Süße (z. B. Obst) nahe zu bringen, um die sogenannte Süßschwelle niedrig zu halten. Dies könnt ihr zum Beispiel erreichen, wenn die Kinder statt gekauftem Fruchtjoghurt, Joghurt mit frischen Früchten und somit natürlich süße Lebensmittel kennenlernen. Prinzipiell ist gegen den gelegentlichen Genuss von Süßigkeiten nichts einzuwenden, solange dieser in Maßen erfolgt. Eure Kinder sollen einen guten Umgang mit diesen Lebensmitteln erlernen.

Folgen von übermäßigem Naschen und Knabbern

Mensch auf der Waage - Apfel oder Donut?

Übermäßiger Verzehr von süßen Produkten kann die Entstehung von Karies fördern. Ebenfalls kann durch den hohen Fettgehalt die Entstehung von Übergewicht begünstigt werden. Süßigkeiten werden gerne nebenbei und unkontrolliert verzehrt. Ein kurzzeitiges Sättigungsempfinden tritt ein, wobei der „Hunger“ bzw. der „Appetit“ auf wertvolle Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse dadurch häufig getrübt ist und diese Lebensmittel weniger verzehrt werden.

Bewusster Umgang mit Süßigkeiten

Der Einsatz als Erziehungsmittel (das Kind zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen) ist nicht geeignet. Die Gefahr besteht, dass Kinder ein gestörtes Verhältnis zum Essen bekommen und sich aneignen über Lebensmittel ihre Emotionen zu steuern: Essen zum Trost, gegen Langeweile, als Belohnung etc.. Kinder können so nicht lernen, schwierige Situationen anders zu meistern. Das Ernährungsverhalten wird in der Kindheit geprägt und ist entscheidend dafür, ob Essen mit Genuss verbunden wird oder nicht.

Hilfreiche Regeln für den Umgang mit Süßigkeiten im Alltag

Damit der Umgang mit süßen Artikeln bei euch problemlos klappt, haben wir ein paar Anregungen für euch vorbereitet. Stellt gemeinsam mit euren Kindern Regeln auf und geht mit gutem Beispiel voran.

Vereinbart mit euren Kids eine bestimmte Menge an Süßigkeiten, die für zwei Tage oder bis zu einer Woche reichen sollen. Innerhalb der festgelegten Zeit dürfen eure Kleinen selbst entscheiden, wann sie was davon essen möchten. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn ihr verabredet nur gemeinsam an den Süßigkeitenschrank zu gehen. Außerdem könnt ihr bestimmte Zeiten zum Naschen einplanen, z. B. nach dem Essen. Der bewusste Genuss am Tisch zeigt die Besonderheit und hilft dabei, dass nicht zwischendurch z. B. beim Fernsehen oder Spielen genascht wird. Im Anschluss an die Mahlzeiten können ganz einfach die Zähne der kleinen Naschkatzen geputzt werden und somit kann die Kariesgefahr vorgebeugt werden. Natürlich könnt ihr nachmittags auch bewusst Nachtische oder süße Zwischenmahlzeiten anbieten. Generell sollte es für eure Kleinen tabu sein, Süßigkeiten anstelle von Mahlzeiten zu essen. Regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten beugen zusätzlich den verlockenden Snacks vor.

Worauf gilt es beim Einkaufen zu achten?

Zucker in Lebensmitteln ist nicht immer einfach zu erkennen. Es gibt 70 verschiedene Begriffe für Zucker, die bekanntesten sind Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) oder Dextrose (Traubenzucker). Hinter welchen Begriffen Zucker sich noch versteckt, zeigt folgende Aufstellung:

Saccharose = Kristall-/Haushaltszucker
Glucosesirup = Traubenzucker und Wasser
Invertzucker = Trauben- und Fruchtzucker
Maltose = Malzzucker
Lactose = Milchzucker

Steht Zucker weiter vorne in der Zutatenliste, dann ist auch sehr viel Zucker in dem Lebensmittel enthalten, da der Inhaltsstoff mit dem größten Mengenanteil auf der Zutatenliste auch als Erstes aufgeführt wird.

Tabelle mit einer Übersicht über Süßigkeiten und deren Zuckergehalt
Überblick, wie viel Würfelzucker (Stück à 3 g) in süßen Lebensmitteln enthalten sind

Interessant ist sicherlich auch zu wissen, dass alternative Süßungsmittel wie Honig oder Dicksäfte keine Vorteile gegenüber unserem üblichen Haushaltszucker bieten. Gleiches gilt für Süßstoffe die meist keine oder nur wenige Kalorien enthalten, aber dennoch die Gewöhnung an den süßen Geschmack fördern.

Auch bei den viel beworbenen und sogenannten „kinderfreundlichen“ Produkten wie beispielsweise Kindermilchprodukte oder Müsliriegel solltet ihr einen Vergleich mit „normalen“ Produkten vornehmen. Häufig zeigt sich, dass sie einen besonders hohen Fett- und Zuckergehalt aufweisen und somit als Süßigkeiten eingestuft werden sollten.

Gezuckerte Getränke wie Limonaden und Softdrinks solltet ihr nur selten als Ausnahme anbieten. Besser sind Wasser oder verdünnte Saftschorlen im Verhältnis 3:1.

Generell ist es ratsam nur wenige Süßigkeiten einzukaufen. Außerdem könnt ihr bereits vor dem Einkauf mit euren Kids vereinbaren, welche Kleinigkeit eingekauft wird. Dadurch bleibt das Quengeln um Süßigkeiten im Supermarkt aus.

Wir hoffen, dass wir euch mit diesem Überblick einige praktische Tipps mit an die Hand geben konnten, sodass ihr gemeinsam in Maßen eure süßen Leckereien ohne Probleme und Konflikte genießen könnt.