Mittagsverpflegung in deutschen Kitas

Passend zum Start des neuen Jahres und den vielen guten Vorsätzen möchten wir euch heute einige Ergebnisse der Studie „Verpflegung in Kindertageseinrichtungen. Ernährungssituation, Bekanntheitsgrad und Implementierung des DGE-Qualitätsstandards“ vorstellen. Diese Studie wurde im Jahr 2016 von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) beauftragt und von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) durchgeführt. Die Förderung erfolgte durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).1408 Kitas in ganz Deutschland haben an der schriftlichen Befragung teilgenommen.

Immer mehr Ganztagsbetreuung

Seit 2013 haben alle Kinder nach dem 1. Geburtstag einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kitaplatz. Gleichzeitig ist die Ganztagsbetreuung der Kids in den Kitas ausgebaut worden. Dies hat wiederum zur Folge, dass auch die Zahl der Kinder, die mittags in der Kita essen, steigt.
Wichtig ist, dass ihr daran denkt, dass bereits im Kleinkindalter das gesamte spätere Essverhalten inkl. des Geschmacks geprägt wird. Deswegen ist eine alters- und kindgerechte sowie ausgewogene Ernährung in der Kita besonders wichtig. Damit bildet ihr die Basis für eine gesunde Ernährung und Entwicklung eurer Kleinen. Eine Checkliste für die Mittagsmahlzeiten in der Kita findet ihr in unserem Artikel Speiseplanung für Kinder in der Kita.

Kurierfahrer liefert warmes Essen

Woher kommt das Essen in den Kitas?

Mehr als zwei Drittel der befragten Kitas bekommen ihre Mittagsverpflegung von Caterern angeliefert. Bei gut 55% wird das Mittagessen warmgehalten angeliefert. Etwa 30% der Einrichtungen bereiten die Mahlzeiten täglich in der Kita zu.
Nur wenige Essensanbieter, nämlich 9,7%, sind mit ihrem Angebot auf die speziellen Bedürfnisse der kleinen Tischgäste spezialisiert.
Darüber hinaus sind 15,8% der Lieferanten nach dem DGE-Standard zertifiziert. Der DGE-Standard definiert Mindestanforderungen für eine gesunde und ausgewogene Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder. Fast die Hälfte aller befragten Einrichtungen hat keine Kenntnis darüber, ob ihr Essensanbieter zertifiziert ist oder nicht.

Einsatz von Qualitätsstandards

Die Qualitätssicherung zählt zu den größten Herausforderungen: 57,6% der Einrichtungen werden von ihrem Träger fachlich nicht bei den Themen Qualität und Hygiene unterstützt; 36,1% hingegen schon.
35,1% der Kitas haben ein Verpflegungskonzept, etwas mehr als 42% der befragten Kitas verfügen über ein Hygienekonzept, wie das HACCP-Konzept. Dieses Konzept hilft dabei, gesundheitliche Risiken bei der Zubereitung und Ausgabe von Speisen zu analysieren und zu überwachen, sodass Gesundheitsgefahren vermieden bzw. beseitigt werden können.
Fast ein Drittel der befragten Kitas berücksichtigt den DGE-Qualitätsstandard. Die befragten Kitas, die diesen Standard bereits umsetzen, haben viele positive Erfahrungen gemacht. Die Zufriedenheit mit dem Verpflegungsangebot ist gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Speiseplan qualitativ verbessert und ist abwechslungsreicher geworden. Er enthält mehr frische, regionale und Bio-Lebensmittel. Außerdem wird mehr Obst, Gemüse sowie Fisch angeboten und gleichzeitig weniger Fleisch und süße Desserts.

Vermittlung von Ernährungswissen in den Kitas

Beim gemeinsamen Essen der Erzieher/-innen mit den Kids werden in fast allen Einrichtungen Regeln und Rituale eingehalten. Gleichzeitig übt das Personal mit den Kindern das Einschätzen der Portionsgrößen und auch was gute Ernährung ausmacht. In 30% der befragten Kitas werden die Kids in die Zubereitung der Mahlzeiten mit einbezogen. Zusätzlich bieten die meisten Kitas Back- und Kochaktionen, Ernährungs- und Bewegungsprojekte oder auch Ausflüge auf den Bauernhof an.

Viele weitere interessante Infos zur Ernährungsbildung findet ihr unter Kitas in Aktion.