Lebensmittel richtig lagern, damit sie nicht in die Tonne wandern

Jeder von uns wirft in Deutschland im Durchschnitt unfassbare 82 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg. Dies hat eine Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2012, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, gezeigt. Damit ihr und eure Kinder sich das einmal bildlich vorstellen könnt: das entspricht etwa 2 vollen Einkaufswagen. Dies sind umgerechnet circa 235 Euro pro Person pro Jahr. Um unnötige Lebensmittelabfälle zu vermeiden, zeigen wir euch, wie ihr eure Lebensmittel richtig lagert. Denn eine falsche Lagerung führt häufig dazu, dass Nahrungsmittel unansehnlich werden und letztendlich verderben und in der Tonne landen.

Warum verderben Lebensmittel und landen in der Tonne?

Es gibt viele verschiedene Ursachen, warum unsere Lebensmittel verderben. Beispielsweise sind an diesen Prozessen Bakterien oder Schimmelpilze beteiligt. Aber auch physikalische Beeinträchtigungen durch Kälte-, Wärme- oder Luftzufuhr können ihre Spuren hinterlassen und z.B. Salat welken lassen. Darüber hinaus kann z.B. ein Schädlingsbefall Produkte ungenießbar werden lassen.

Aufteilung eines Kühlschranks in verschiedene Zonen

Unsere Kühlschränke weisen in der Regel Temperaturen zwischen 4 ° C und 8 ° C auf. Im unteren Bereich ist es am kühlsten und nach oben hin wird es wärmer, da die Wärme nach oben steigt. Manche Kühlschränke weisen zusätzlich eine sogenannte „Null-Grad-Zone“ auf.

Lebensmittel in den verschiedenen Kühlschrankzonen richtig lagern

Auf der nebenstehenden Abbildung seht ihr exemplarisch, wie ihr euren Kühlschrank richtig einsortiert.
Ganz oben findet Gekochtes sowie Eingemachtes seinen Platz. Jedoch ist es wichtig, dass ihr die Lebensmittelreste zunächst abkühlt und anschließend abdeckt. Dadurch verhindert ihr, dass sich Schwitzwasser bildet und das Essen austrocknet.
In der Mitte fühlen sich Käse und Milchprodukte am wohlsten. Hierbei solltet ihr darauf achten, dass ihr die unterschiedlichen Käsesorten einzeln verpackt. Damit verhindert ihr, dass sich die Gerüche vermischen oder der Edelschimmel des einen Käses auf den anderen Käse übergreift.
Auf der untersten Ebene, über dem Gemüsefach, solltet ihr Fisch, Fleisch und Wurst einlagern. Dort beträgt die Temperatur zwischen ca. 2°C und 6°C.  
Im Gemüsefach lagert ihr am besten kälteverträgliches Obst und Gemüse. Nur woher weiß man, welches Obst in den Kühlschrank gehört und welches nicht. Grob könnt ihr euch nach einer Faustregel des BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) richten. Diese besagt, dass heimisches Obst lieber kühl gelagert wird, wohingegen exotische Früchte es gerne warm haben. Im Kühlschrank fühlen sich dementsprechend z.B.  Äpfel, Kirschen, Erdbeeren und Feigen wohl. Beim Gemüse ist die Lagerung etwas einfacher, da das Meiste einen kühlen Lagerungsort bevorzugt.
In die Kühlschranktür
, die die meiste Wärme beim Öffnen abbekommt, gehören oben Eier, Butter und Marmeladen. Unten in der Tür stehen Getränke und angefangene Säfte am besten. Ebenso gehören Lebensmittel, die natürliche Konservierungsstoffe enthalten wie z.B. Ketchup, Mayonnaise oder sonstige Fertigsoßen in die Tür. Alle tiefgefrorenen Lebensmittel finden ihren Platz im Gefrierfach.

Beispielhafte Darstellung, was wo in den Kühlschrank gehört
Beispielhafte Übersicht, wo ihr welche Lebensmittel am besten im Kühlschrank lagert

Was gehört nicht in den Kühlschrank?

Außerhalb des Kühlschranks werden Südfrüchte wie z.B. Bananen, Mangos und Zitrusfrüchte gelagert. Hierbei muss beachtet werden, dass es Obstsorten gibt, die das Reifegas Ethylen an ihre Umwelt abgeben. Dieses Gas bewirkt, dass die anderen Obstsorten in der näheren Umgebung schneller reifen und verderben. Zu den stark absondernden Sorten zählen z.B. Äpfel und Pflaumen. Ausnahmen beim Gemüse, die ebenfalls nicht in den Kühlschrank gehören, bilden Kartoffeln, Zwiebel, Tomaten, Auberginen und Paprika. Brot und Brötchen solltet ihr am besten in einem Brotkasten legen.

Mindesthaltbarkeitsdatum & Co. – Müll vermeiden

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerfdatum. Nur, weil ein Produkt das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, ist es noch lange nicht verdorben. Das angegebene Datum garantiert euch, dass die Eigenschaften des Lebensmittels wie Geschmack, Aussehen und Nährwerte bis zu diesem Tag erhalten bleiben. Wenn das Nahrungsmittel noch gut riecht und gut aussieht und wie gewohnt schmeckt, könnt ihr es in aller Ruhe genießen. Darüber hinaus könnt ihr aus vielen Resten aus eurem Kühlschrank noch leckere Gerichte zaubern. Oftmals bietet es sich auch an, Reste für ein anderes Mahl einzufrieren.
Anders sieht die Lage bei leicht verderblichen Nahrungsmitteln, wie z.B. Hackfleisch aus. Auf diesen Produkten ist ein Verbrauchsdatum angegeben, dass nicht überschritten werden darf, da sonst die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung bestehen kann.

Wir wünschen euch nun viel Spaß beim Aufräumen und Sortieren eures Kühlschrankes und hoffen, dass ihr in Zukunft ein wenig mehr Acht auf eure Lebensmittel gebt und die Menge, die in die Tonne wandert verringern könnt.