Kräuter überwintern plus leckere Kräuterrezepte

Der Sommer ist vorbei, die Temperaturen sinken, dicke Jacken werden wieder ausgepackt und der erste Frost setzt nachts ein. Nicht nur der Kleiderschrank und das Auto müssen nun wieder winterfest gemacht werden, sondern auch die eigenen Kräuter. Manche können Kälte gut vertragen, andere dahingegen sind sehr empfindlich. Wie genau die verschiedenen Kräuter gepflegt werden müssen, erfahrt ihr hier!

getrocknete Kräuter

Ernten und trocknen bei winterfesten Kräutern

Oregano, Melisse, Minze oder Petersilie sind Kräuter, die in Stauden vorkommen. Bei diesen sterben die oberirdischen Teile im Spätherbst von alleine ab. Das heißt sie müssen nicht geschnitten werden. Der unterirdische Pflanzenteil inklusive Wurzelstock überwintert und treibt im Frühjahr wieder neu aus. Bei besagten Kräutern kann man die gesunden Blätter, beziehungsweise Zweige, vor Wintereinbruch ernten und jeweils einen lockeren Strauß daraus binden. Die Sträuße kann man dann über Kopf an einen vor Feuchtigkeit und Sonne geschützten Ort aufhängen, zum Beispiel in einem Kellerraum. Um zu testen ob die Kräuter trocken sind, packt man die Zweige zwischen Daumen und Zeigefinger und reibt diese ein wenig hin und her. Wenn die Kräuter locker zerbröseln und hinunterfallen, sind sie ausreichend getrocknet. Werden sie stellenweise schon braun, sind sie zu lange getrocknet und können nicht mehr verwendet werden. Die gesunden getrockneten Kräuter kann man dann in luftdichte Behälter wie zum Beispiel in Blechdosen oder Gläsern einschließen und bei Bedarf für Tee, Marinaden oder Dressings benutzen.

Salbeipflanze

Frostempfindliche Kräuter schützen

Einige Kräuter können langanhaltende Kälteperioden nur schwer überstehen. Wenn zusätzlich kein Schnee fällt, müssen die Kräuterpflanzen besonders geschützt werden. Warum? Weil der Schnee für die Pflanzen eigentlich als natürliche Isolationsschicht dient und vor Frost und zu starker Sonneneinstrahlung schützt. Salbei, Lavendel, Lorbeer und Rosmarin sind einige der Kräuter, die sehr empfindlich sind und gut vor Frost geschützt werden müssen. Entweder man topft die Kräuter um und bringt Sie ins Haus, beziehungsweise am besten in die Garage, da dort die Luftfeuchtigkeit ideal ist. Oder aber man topft die Kräuter in größere Kübel um und lässt sie draußen auf der Terrasse oder dem Balkon stehen. Dann müssen die Kräuter allerdings mit Vlies oder ähnlichem Material abgedeckt werden, um sie vor der Kälte ausreichend zu schützen. Das Vlies ist licht-, wasser- und luftdurchlässig und ersetzt somit die Schneedecke. Um auf alle Wetterlagen vorbereitet zu sein, ist es am einfachsten, das Vlies mit Steinen am Boden zu beschweren.

Frostfreie Tage zum Gießen nutzen

Stauden und Kübelpflanzen brauchen trotz der Kälte auch im Winter ausreichend Wasserzufuhr, damit sie nicht vertrocknen. Im Winter sogar fast genauso viel wie im Sommer, da der Frost der Pflanze viel wertvolle Flüssigkeit entzieht. Im Idealfall gießt man die Pflanzen einmal kräftig vor dem ersten Frost und nutzt dann immer mal wieder frostfreie Tage, um die Pflanze erneut zu wässern. Wichtig ist jedoch, dass ein Wasserabflussloch im Kübel vorhanden und frei ist. So verhindert man Staunässe, das Einnisten von Schädlingen und Faulen der Pflanze.

Leckere Kräuterrezepte

Viele Rezepte schmecken erst durch die beigefügten Kräuter so richtig gut und entfalten erst dann ein wunderbares Aroma. Kräutergewürze bringen Abwechslung ins Essen und zudem den Extra-Nährstoff-Kick. Es gibt natürlich unzählige Rezepte mit tollen Kräutern, dennoch haben wir ein paar unserer Lieblinge hier zusammengestellt, die einfach zuzubereiten und trotzdem super lecker sind (alle Rezeptangaben sind für vier Personen):

1. Kräuterquark Aufstrich
o 250g Magerquark
o 50g Joghurt 1,5% Fett
o 30ml Milch 1,5% Fett
o 4 EL aus Schnittlauch, Kresse und Dill
o Salz und Pfeffer
Magerquark, Joghurt und Milch verrühren und die zuvor klein gehackten Kräuter mit dem Salz und Pfeffer unterrühren.

2. Kräuter-Kartoffelbrei
o 800g mehlig kochende Kartoffeln
o 200ml Milch 1,5% Fett
o 1 EL aus Majoran, Petersilie und Basilikum
o Salz
Die Kartoffeln gar kochen, noch warm mit einem Stampfer zerkleinern und die Milch und das Salz unterrühren. Die Kräuter klein hacken und ebenfalls unterrühren.

Kräuterfrischkäse Brot

3. Kunterbunter Tortellini-Salat 
o 150g Tortellini
o 5 Scheiben Frühstücksspeck
o 1,5 EL Apfel Essig
o Salz und Pfeffer
o ½ TL Zucker
o 1,5 EL Olivenöl
o 150g Kirschtomaten
o ½ Bund Lauchzwiebeln
o 80g Champignons
o ½ Topf Basilikum
o 120g Mozzarella
o 80g Frischkäse
o 2 EL Milch
Tortellini 10-15 Minuten in kochendem Salzwasser garkochen. Frühstücksspeck in einer Pfanne ohne Öl-Zugabe knusprig braten, herausnehmen und auf einem Küchenpapier abtrocknen lassen. Essig, Salz, Pfeffer und Zucker verrühren. Olivenöl nach und nach unterrühren. Tortellini abgießen und noch heiß mit der Marinade übergießen. Kirschtomaten, Lauchzwiebeln und Champignons waschen, kleinschneiden und mit den Tortellini vermengen. Basilikum waschen und kleinschneiden, Mozzarella in kleine Stücke schneiden, Speck in kleine Stücke brechen und alle drei Zutaten mit zu dem Tortellini-Salat geben. Zum Schluss den Frischkäse mit der Milch verrühren und über den Salat gießen.

 


4. Kräuter-Omelette
o 300g Kirschtomaten
o 8 Eier
o 6 Stiele Thymian
o 4 Stiele Salbei
o 70g Rucola
o 2 Zwiebeln
Kirschtomaten waschen und halbieren. Thymian, Salbei und Rucola waschen und kleinhacken. Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Danach die Zwiebeln in einem Esslöffel Öl in einer Pfanne andünsten. Die Eier zusammen mit Salz und Pfeffer in einer Schüssel verquirlen. Thymian, Salbei, Rucola und ¾ der Kirschtomaten mit zu den Zwiebeln in die Pfanne geben und die Eiermischung hinzugießen. Im vorgeheizten Backofen die Pfanne bei 150 Grad und Umluft ca. 15 Minuten stocken lassen. Omelette in Stücke teilen und mit den restlichen Kirschtomaten servieren. Dazu passt geröstetes Vollkornbaguette.

Pesto

5. Basilikum-Pesto 
o 75g Basilikum
o Eine Knoblauchzehe
o 30g Pinienkerne
o 20g Parmesankäse
o 75ml Olivenöl
o Salz und Pfeffer
Die Knoblauchzehe schälen und in kleine Würfel schneiden. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl-Zugabe rösten. Basilikum waschen. Parmesankäse reiben. Gewürfelten Knoblauch, Basilikum und das Olivenöl pürieren. Danach die gerösteten Pinienkerne und den geriebenen Parmesankäse hinzugeben und nochmals pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wir wünschen guten Appetit!