Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiGGS)

Wie hoch ist der Anteil an übergewichtigen oder adipösen Kin­dern und Jugendlichen? Ist dieser in den letzten 11 Jahren weiter angewachsen oder ist der Anstieg gestoppt? Wie oft werden zuckerhaltige Erfrischungsgetränke konsumiert und wie sieht es mit der allgemeinen Gesundheit der Kinder aus? Diese Fragen standen u.a. im Mittelpunkt der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KiGGS Welle 2). Insgesamt nahmen 15.023 Kinder und Jugendliche aus Deutschland mit ihren Eltern an der Studie teil, die am 15.03.2018 veröffentlicht wurde. Wir stellen euch ein paar Ergebnisse davon vor. Die gesamte Studie findet ihr bei KiGGS.

Übergewicht und Adipositas

Im Vergleich zur KiGGS-Basiserhebung von 2003 bis 2006 hat sich insgesamt gezeigt, dass kein weiterer Anstieg der übergewichtigen und an Adipositas erkrankten Jugendlichen zu beobachten ist. Adipositas, auch bekannt unter den Begriffen Fettleibigkeit oder Fettsucht, ist die Abweichung vom Normalgewicht durch Vermehrung der Körpermasse, insbesondere des Fettanteils, und beschreibt einen chronischen Krankheitszustand. Übergewicht ist hingegen die Vorstufe von Adipositas.

Die Prävalenz – also die Kennzahl für die Krankheitshäufigkeit – liegt bei Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren für Übergewicht bei 15,4 Prozent. Mit 5,9 Prozent ist sie für Adipositas geringer. So ist jeder 6.-7. Jugendliche übergewichtig und jeder 17. leidet an Adipositas. Dabei gibt es keine Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, wobei die Prävalenz für Übergewicht und Adipositas bei zunehmendem Alter steigt. Auffallend ist hierbei auch, dass Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischen Status (SES) deutlich häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen sind als Gleichaltrige mit einem hohen SES.


Übergewicht und Adipositas wird mithilfe des BMI-Wertes berechnet. Der Body-Maß-Index (BMI) dient zur Abschätzung des Körperfettanteils. Der BMI-Wert berechnet sich wie folgt:
BMI = Körpergewicht / Körpergröße² (kg/m²).

Vergleicht ihr den Wert mit der nebenstehenden Tabelle, so seht ihr, in welchem Bereich eure Kinder liegen. Wollt ihr euch Erwachsene einordnet, findet ihr hier eine Tabelle für eure BMI-Werte.


Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke

Wertetabelle für BMI
Schaubild zum Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetraenke

Der Konsum zuckerhaltiger Getränke steht im Zusammenhang mit der Entstehung von Adipositas, Diabetes mellitus Typ II sowie weiteren chronischen Krankheiten. In der nebenstehenden Abbildung könnt ihr den aktuellen Konsum der Kinder und Jugendlichen sehen. Hierbei zeigt sich deutlich, dass zuckerhaltige Erfrischungsgetränke häufiger konsumiert werden als kalorienreduzierte Getränke. So trinken bei den 3- bis 17- Jährigen insgesamt 13,7 Prozent der Mädchen und 17,6 Prozent der Jungen ein- bis dreimal am Tag zuckerhaltige Getränke. Ähnlich wie bei Adipositas und Übergewicht zeigt sich auch hier, dass Kinder und Jugendliche mit niedrigen sozioökonomischen Status häufiger zuckerhaltige Getränke konsumieren als andere Gleichaltrige. Außerdem steigt die Konsumhäufigkeit mit zunehmendem Alter. Jedoch hat sich der Anteil an Heranwachsenden, die täglich zuckerhaltige Erfrischungsgetränke trinken, im Vergleich zur KiGGS Basiserhebung (2003-2006) verringert.

Wie steht es um die allgemeine Gesundheit?

Neben Variablen wie Übergewicht, Adipositas und Konsum zuckerhaltiger Getränke wurde auch der allgemeine Gesundheitszustand abgefragt, den Eltern für ihre Kinder schätzen. So bewerten 95,7 Prozent der Eltern den Gesundheitszustand ihrer 3- bis 17-jährigen Kindern als sehr gut oder gut. Im Vergleich zur KiGGS-Basiserhebung ist dieser Anteil gestiegen. Jedoch zeigt sich auch hierbei, dass mit zunehmenden Alter der Heranwachsenden auch deren Gesundheitszustand eher als sehr gut oder gut eingeschätzt, wobei der Anteil der Mädchen mit sehr guter Gesundheit deutlich unter dem der Jungen liegt. Wie schon zuvor wird auch hier der soziale Unterschied deutlich: je höher der Sozialstatus der jeweiligen Familie ist, umso besser wird die allgemeine Gesundheit eingestuft.

Wir hoffen, wir konnten euch die Studie etwas näher bringen und haben eure Neugier geweckt. Wenn ihr Fragen habt, wendet euch gerne an sproesslinge@apetito.de.