Mein Kind mag kein Gemüse!

Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe sind für jeden Menschen wichtig, um vital und gesund zu leben. Da trifft es sich umso besser, dass all das in einem Lebensmittel vorkommt: nämlich in Gemüse! Während viele Eltern das schon vorher wussten, haben manche Kinder wahrscheinlich eher auf Pommes, Pizza oder Pasta gehofft. Das schmeckt vielen nämlich viel besser als Möhren, Brokkoli oder Paprika. Damit euer Kind nichtsdestotrotz Gemüse nicht verweigert, haben wir für euch ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, wie ihr euer Kind vom Gemüsemuffel zum Gemüsefan machen könnt!

 

Tipp 1: Fangt bei euch selbst an!
Geht ihr als gutes Beispiel voran und gestaltet eure Portion Gemüse angemessen groß? Falls ihr selbst nur geringe Gemüseportionen auf dem Teller platziert, wird euer Kind es nur schwer akzeptieren, mehr als ihr zu essen. Aber nicht nur ihr selbst solltet genügend Gemüse essen: Es gilt schlichtweg gleiches Recht für alle! Wenn auch nur einer es sich herausnimmt, auf das Gemüse komplett zu verzichten, hat euer Kind den perfekten Grund, auch das Gemüse zu verwehren.

Tisch mit Gemüse

Tipp 2: Vereinfacht den Start und wählt kindergerecht!
Gemüse ist nicht gleich Gemüse! Beginnt mit Gemüsesorten, die für euer Kind einen leichten Start ermöglichen. Dazu eignen sich besonders Möhren, Süßkartoffeln, Paprika, Zucchini oder Kürbis, die neben ihrem „leichten“ Geschmack auch mit kräftigen Farben eure Kinder leichter überzeugen als zum Beispiel Rosenkohl. Das bedeutet natürlich auch, dass ihr einmal quer durchprobieren sollten, was eurem Kind gut gefällt. Rückt ruhig von euren Lieblingsgemüsesorten ab und experimentiert durch. Darüber hinaus sollten ihr darauf achten, dass ihr einfach kocht: Zeitaufwändige Rezepte sind oft weniger zielführend als zum Beispiel ein Möhrensalat mit geriebenem Apfel. Der sorgt nämlich dafür, dass durch den süßlichen Apfel auch die Möhren von eurem Kind akzeptiert und gegessen werden.

Tipp 3: Es muss nicht immer gekocht sein
 Die harte Möhre wird von eurem Kind sofort verschlungen, während es sich für gekochte Möhren überhaupt nicht begeistern kann? Da wäre euer Kind nicht das Erste und sicher auch nicht das Letzte, das den Kochzustand als Kriterium sieht, ob das Gemüse gegessen wird oder nicht. Wenn ihr also merkt, dass euer Kind sich für rohes Gemüse mehr interessiert, dann nutzt das und gestaltet das Essen entsprechend. Dafür eigenen sich Gemüsesticks aus Karotten und Paprika mit einem leckeren Dip dazu.

 

Tipp 4: Fingerfood könnte eine Lösung sein
Macht aus eurem Kind eine (Gemüse-)Naschkatze! Schneidet das Gemüse und Früchte in mundgerechte Stücke, platziert es auf einem Teller und stellt diesen dorthin, wo euer Kind viel Zeit verbringt oder oft dran vorbeiläuft. Gerade wenn Gemüse als Beilage zur Hauptmahlzeit verwehrt wird, dann ist dies eine super Methode, um euer Kind in kleinen Schritten an Gemüse heranzuführen. Unser kleiner Geheimtipp: Schneidet das Obst und Gemüse in lustige Formen wie Sterne oder Herzchen!

Tipp 5: Smoothies mit Gemüse
Dass ein kühler grüner Smoothie gerade im Sommer dem Körper sehr gut tun kann ist zugegebenermaßen nichts Neues. Während jedoch eher Jugendliche oder Erwachsene zu diesem Getränk greifen, haben wir uns gedacht: Warum nicht auch grüne Smoothies für Kinder? Denn gerade die Kinder, die zuvor schon gerne Brei zu sich genommen haben, werden Smoothies bestimmt gerne trinken. Mixt einfach grünes Blattgemüse, süße Früchte, Wasser oder frischer Orangensaft und etwas Mandelmus, und fertig!

Tipp 6: Verpackt das Essen in eine Geschichte
Ab und zu muss man auch der Fantasie freien Lauf lassen. Wir alle hatten als Kinder doch Stars oder Figuren, die wir einfach toll fanden! Und wenn die Kinder dann noch herausfinden würden, dass diese sogar viel Gemüse zu sich nehmen… Richtig, dann steigt die Motivation erst recht. Deshalb unser Tipp: Erzählt Geschichten, am besten mit den Lieblingsfiguren eurer Kinder, in denen auf einmal Gemüse vorkommt. Seid ruhig kreativ! Es ist dabei vielleicht sogar förderlich, wenn die Wörter „Gemüse“ oder „Salat“ gar nicht vorkommen: Energiespeise, Blumensorbet, Heldennudeln oder Elfenkartoffeln klingen nun Mal viel spannender. Für all das braucht es vielleicht viel Fantasie und Zeit, doch dafür habt ihr ein gesund ernährtes Kind, das vielleicht sogar seinen besten Freunden eure Geschichte weitererzählt…

Tipp 7: Bindet eure Kinder ins Kochen mit ein!
Wenn es sich für euch einrichten lässt, kocht gemeinsam mit euren Kindern! Dadurch lernen sie, was alles getan werden muss, um eine Mahlzeit zuzubereiten, und wenn sie selbst sogar ein paar Kleinigkeiten übernehmen können (natürlich unter Ihrer Regie), wollen sie wahrscheinlich auch wissen, wie es schmeckt! Auch hier könnt ihr alles wieder zu einer Geschichte formen, schließlich macht Kochen mit Prinzessinnenkrone und Zauberstab mehr Spaß als ohne.

 

Mädchen hat Teller mit Gemüse in der Hand

Tipp 8: Für die ganz harten Fälle
Nun, falls alle Tipps bislang keinen Erfolg gebracht haben, dann solltet ihr nun gut aufpassen. Auch wenn euer Kind ein wahrer Gemüse-Verweigerer ist, formuliert das nicht so vor eurem Kind. Versucht, positiv zu bleiben und falls euer Kind auch nur mal 2 kleine Stücke Möhre probiert hat, dann sind Möhren eben ihr Lieblingsgemüse. Arbeitet mit Kompromissen und macht ein Schritt nach dem anderen: Wer ein Eis zum Nachtisch möchte, der muss eben auch ein paar Löffel Gemüse zu sich nehmen!

Ein Stück weit schwieriger, aber dafür umso fruchtbarer, ist es, wenn ihr eurem Kind Zusammenhänge verständlich machen könnt: Falls es Mal auf leerem Magen etwas Süßes gegessen hat und danach fürchterliche Bauchschmerzen hatte, dann wird euer Kind wissen, dass man vor Mahlzeiten nichts Süßes essen sollte. Wenn euer Kind also Mal einen super Tag hatte und euch davon erzählt, woran könnte das gelegen haben? Genau, an dem gesunden Frühstück und dem Gemüse zum Mittagessen.

Wenn all das nichts wirkt, dann bleibt euch wohl nichts anderes übrig, als etwas Gemüse in die Mahlzeiten zu mischen. Fein geriebenes oder gemixtes Gemüse fällt in einem Frikadellenteig zum Beispiel wenig auf, probiert also einfach, wie ihr am besten vorgehen könnt.

Vergesst aber nicht eins: Jedes Kind ist und bleibt ein Individuum. Was bei dem einen auf Granit stößt, könnte die optimale Lösung für jemanden anderes sein. Habt Geduld und freut euch über kleine Erfolge, die ihr mit der Zeit langsam ausbauen können. Und falls doch Mal eine Zeit lang die Erfolge ausbleiben: Gebt nicht auf! Schließlich sind Gemüse, Früchte und Salate die Grundvoraussetzungen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit.