Ernährungsbildung in der Familie

Die Ernährungsbildung bei Kindern beginnt schon sehr früh. So erlernen Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren ihr Essverhalten durch Imitation von Vorbildern. Daher ist die Vorbildfunktion von euch Erziehungsberechtigten und pädagogischen Fachkräften entscheidend, da Ernährungswissen für Kinder irrelevant ist und dies nicht in ihre Lebensmittelauswahl beeinflusst. Durch die familiären Einflüsse entwickeln Kindern ihren Geschmackssinn, ihre Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen, die meistens ein Leben lang beibehalten werden. In Anlehnung an InForm geben wir euch hier einige Anregungen, wie ihr gemeinsam mit der Familie euren Kindern einen verantwortungsvollen und genussvollen Umgang mit Lebensmitteln und dem Thema Essen beibringt. 

Tipps zur Ernährungsbildung eurer Kinder

Für die Entwicklung von Essgewohnheiten sind gemeinsame Mahlzeiten in der Familie wichtig. Denn in Gesellschaft schmeckt jedes Essen besser und Neues auszuprobieren macht mehr Spaß. Da Kinder von den Großen die Esskultur und Tischsitten übernehmen, solltet ihr euch eurer Vorbildfunktion bewusst sein. Für eine genussvolle Mahlzeit ist die Atmosphäre genauso wichtig wie das Essen selber. Dies schafft ihr beispielsweise durch eine ansprechende Tischdekoration durch Tischdecke, Blumen und Servietten und indem Spielsachen, Zeitungen und Fernsehen beim Essen tabu ist. Legt feste Regeln für faire Kritik am Essen fest, denn meckern gilt nicht. Achtet immer auf ein abwechslungsreiches Angebot an vollwertigen Speisen. Auch Lob und Mitbestimmung bei der Essensauswahl fördern das Erlernen eines optimalen Ernährungsverhaltens. Besonders Lob für eigenständiges Essen macht eure Kinder stolz und selbstbewusst. 

Kind sitzt vor einem Teller mit Gemüse und hält sich die Augen zu
Buntes Gemüse und Obst nach Regenbogenfarben sortiert

Das Essen sollte gemeinsam beginnen, am besten mit einem Ritual wie einem Reim oder dem gemeinsamen Tisch decken und das Kind wählt aus, was und wie viel es von dem Angebotenen essen möchte. Denn Kinder haben ein natürliches Gespür für Hunger und Sättigung. Wenn ihr euer Kind zum Essen zwingt, verlernt es auf seine körperlichen Bedürfnisse zu hören und isst über seinen Hunger hinaus. Belohnt und bestraft euer Kind deshalb nicht mit Lebensmitteln. Denn nur Appetit und Hunger sollen die Signale zum Essen sein. Feste Essenszeiten verhindern permanentes Essen und durch Zeiten des Nichtessens haben eure Kinder die Möglichkeit wahrzunehmen, ob sie Hunger haben oder satt sind.

Die bunte Welt die Lebensmittel könnt ihr für eine Entdeckungsreise mit eurem Kind nutzen, um sie an die Lebensmittelvielfalt zu gewöhnen. Oft müssen Kinder unbekannte Speisen mehrmals probieren, bevor sie „auf den Geschmack kommen“. Damit der Speiseplan nicht zu einseitig wird, bietet neben den Lieblingsgemüsearten eurer Kinder auch mal Neues an. Denn die Geschmacksvorlieben eurer Kinder ändern sich ständig und werden besonders von außen beeinflusst. 

Häufig kommt es auch auf die „Verpackung“ an. Gemüsesticks oder Obststücke kommen gut an, da fast jedes Kind gerne mit den Fingern isst. Dabei werden süße Gemüsearten wie Möhren oder Paprika häufig bevorzugt. Unbeliebtes, beispielsweise Fisch, kann durch den Einsatz von farbintensiven Lebensmitteln wie roter Tomatensoße oder bunter Gemüsedekoration attraktiver gemacht werden. Behaltet aber immer im Hinterkopf, dass sich Vorlieben und Abneigungen von euch bei der gemeinsamen Mahlzeit übertragen. Achtet daher aus abwechslungsreiches und ausgewogenes Essen. 

Bezieht eure Kinder beim Einkaufen und Zubereiten der Lebensmittel mit ein und nutzt so den Spiel- und Experimentierdrang eures Kindes aus. So lernen Kinder die einzelnen Zutaten einer Mahlzeit kennen und das selbst Hergestellte wird selbstverständlicher gegessen und Neues ausprobiert. Gleichzeitig könnt ihr eurem Kind dabei vermitteln, woher die Lebensmittel eigentlich kommen. Dies ist ganz leicht umzusetzen, wie durch das Ausräumen der Einkaufstasche, Decken und Abräumen des Tisches oder Waschen von Obst und Gemüse. Je nach Alter können euch eure Kinder beim Zubereiten des Essens durch Schneiden von weichen Lebensmitteln (z.B. Bananen, Zucchini) oder Belegen und Bestreichen von Brot helfen.
Ihr werdet sehen: je mehr die Kinder mit in den Kochprozess einbezogen werden, desto eher essen sie die selbst produzierten Gerichte auch.