Rahmenbedingungen der DGE in Kitas

Die DGE gibt nicht nur Qualitätsstandards vor, wie eine Außer-Haus-Verpflegung für Kinder aussehen soll, sondern auch Rahmenbedingungen für die Verpflegung in Tageseinrichtungen. Dabei spielen insbesondere die Essatmosphäre und Ernährungsbildung eine wichtige Rolle, um ein gesundheitsförderndes Angebot in Kitas umzusetzen.

Eine positive Essatmosphäre

Insbesondere die Größe der Einrichtung, das pädagogische Konzept sowie die Anzahl der Kinder sind ausschlaggebend für die Essatmosphäre. Sie ist neben der Lebensmittelqualität einer der prägenden Faktoren von Mahlzeiten, die den Kindern die Möglichkeit gibt soziale Kompetenzen, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft zu erlernen. Eine positive Essatmosphäre schafft dabei auch Raum für gemeinsame Gespräche, Genuss der Mahlzeiten und Informationsaustausch.

Einfluss auf die Essatmosphäre nimmt auch die Raum- und Tischgestaltung. So sollten die Mahlzeiten – wenn möglich – in einem separaten Raum eingenommen oder zumindest klar von den übrigen Aktivitäten abgegrenzt werden. Dabei ist es wichtig, dass der Raum ein helles und freundliches Ambiente darstellt und altersgerechtes Mobiliar vorhanden ist.
Feste Essenszeiten geben dem Tage eine klare Struktur, die den Kindern Sicherheit vermittelt, weshalb Beginn und Ende der Mahlzeiten von Seiten der Betreuer vorgegeben werden müssen. So wird ständiges Essen vermieden, was dazu führen könnte, dass Kinder über ihren Energiebedarf hinaus essen. Daher sollten die Kitas klar definierte „essensfreie“ Zeiten haben. Besonders bei Mittagessen sollte von der Kita eine definierte Essenszeit vorgegeben werden, sodass alle Kinder gleichzeitig an der Tischgemeinschaft teilnehmen. Getränke hingegen sollten jeden Tag zur freien Verfügung stehen.

Das Frühstück und die Zwischenmahlzeiten können entweder gemeinsam oder frei eingenommen werden.


Tabelle
Kinder sitzen am Tisch und essen

Die Bedeutung der Ernährungsbildung nach DGE

Wie wichtig die Ernährungsbildung für Kinder von klein auf ist, haben wir dir ja schon in unserem letzten Artikel erzählt. So sammeln Kinder ihre ersten Erfahrungen im familiären Umfeld anhand von Beobachten. Die Eltern sind wichtige Imitationsmodelle, die prägend für das Essverhalten der Kinder sind. Mit dem Besuch einer Kindertageseinrichtung erweitert sich das Umfeld der Kinder um weitere Bezugspersonen. Für die bestmögliche Ernährungsbildung ist daher die Zusammenarbeit von Eltern und Tageseinrichtungen essentiell.

Tageseinrichtungen haben neben der Betreuung und Erziehung von Kindern auch einen Bildungsauftrag. Dies schließt die Ernährungsbildung mit ein. Insbesondere im Hinblick darauf, dass die Grundlagen eines gesundheitsfördernden Ernährungsverhalten in den ersten Lebensjahren erlernt werden, kommt der Ernährungsbildung in Kitas ein besonderer Stellenwert zu. Dabei wird von Verhaltensprävention gesprochen, die in Tageseinrichtungen darin besteht, neben einem adäquaten Bewegungs- und Ernährungsangebot auch ein vollwertiges Verpflegungsangebot zu garantieren. Wichtig ist, dass Verhaltens- und Verhältnisprävention kombiniert werden.

Ziel der ernährungspädagogischen Arbeit ist es, Kindern einen selbst bestimmten und eigenverantwortlichen Umgang mit Essen und Trinken zu vermitteln. Durch das Kennenlernen von Esskultur erfahren Kinder, welche Tischsitten und Essgewohnheiten üblich sind. Hinzu kommt die Vermittlung von Kenntnissen über Hygiene und Sicherheit, die sie zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln und Küchenutensilien befähigen. Kinder lernen die Lebensmittelvielfalt kennen, schulen ihren Geruchs- und Geschmackssinn und lernen, Signale des Körpers wie Hunger und Sättigung wahrzunehmen und auf sie zu hören.