Die DRK Kita in Ochtrup wächst über sich hinaus

Wir haben die DRK Kita in Ochtrup Ende Juli besucht, um nachzusehen, ob die Kinder bereits das erste Gemüse ernten konnten. Dort angekommen wurden wir herzlich von Leiterin Renate Schier in der großen, bunten Kita empfangen. Während der Rundführung durch die Innen- und Außenbereiche der Kita berichtete sie uns von den zahlreichen Möglichkeiten, die den Kindern dort geboten werden.

Vorerfahrungen erleichtern die Gartenarbeit

Da die Kita bereits mehrere Hochbeete bepflanzt hat und diese auch regelmäßig pflegen, wussten die Kinder der „Spieker“-Gruppe bereits was auf sie zu kommt. Die 4-6-jährigen Kinder holten ihre kleinen Akkuschrauber aus der Holzwerkstatt und bauten die Sprösslinge-Box mit Leichtigkeit auf. „Nachdem wir das Hochbeet aufgebaut hatten, schauten alle Kinder gespannt den Kokosfaser-Ziegeln beim Aufquellen zu. Das fanden die total toll!“, erzählte Frau Schier lächelnd. Denn durch Zugabe von Wasser quillt die gepresste Kokoserde bis zum vierfachem Volumen der ursprünglichen Größe auf. Sobald das Hochbeet mit Erde befüllt war, machten sich die ersten Kinder bereits an das Einsetzen der Pflanzen ran.

Die Kinder wissen genau, womit sie es zu tun haben

Den kleinen Gärtnern wurde das Erforschen bereits nahegelegt, denn auf einer naturbelassenen Grünfläche können die neugierigen Kinder unter Aufsicht und mithilfe von Lupen kleine Tiere und Pflanzen beobachten.

So packte sie auch der Wissensdurst zu den verschiedenen Pflanzen im Hochbeet. Die Kinder kennen bereits alle Setzlinge in der Sprösslinge-Box und wissen, welches Gemüse daraus später wird. Lenni zählt ganz stolz die vielen, kleinen Tomaten, die bereits an der angebauten Pflanze ranken.

Die Tomaten an der Pflanze werden genau gezählt
Die Tomaten an der Pflanze werden genau gezählt

Mittlerweile ist die Tomatenpflanze, für die er mitunter die Verantwortung trägt, größer als er selbst. „Den Kindern bereitet es sehr viel Spaß, eine verantwortungsvolle Aufgabe zu haben und sie nehmen sie auch sehr ernst.“, erzählt Frau Schier stolz.

Es geht über die Sprösslinge-Box hinaus

Die Erzieher erklären mithilfe der Pflanzen in den Hochbeeten den Ursprung der Speisen, die sie täglich gemeinsam verzehren. So lernen die Kinder, dass beispielsweise der Mais im Buttergemüse von apetito nicht einfach hergezaubert wird, sondern zuvor gesät und geerntet werden muss. Diesen Prozess können die Kinder hautnah miterleben, wenn der Bauer auf dem Acker nebenan die Maisernte einfährt

Die Gartenschürzen und die Gießkannen werden über den Gebrauch zur Pflege der Sprösslinge-Box hinaus weiterverwendet. „Manchmal weiß ich garnicht, wo die Schürzen zurzeit stecken“, meint Frau Schier verlegen. Denn die Kinder finden die Schürze auch zum Backen sehr praktisch und die Gießkannen werden auch gerne als Behälter für Wasserfarbe genutzt. So finden die Gartenutensilien in Kinderaugen weitere, passende Verwendungsmöglichkeiten.

Was Hänschen nicht isst, isst Hans aber schon

„Erstaunlich ist, dass die kleinen Kinder vor der Gartenpflege beispielsweise keinen Kohlrabi mochten. Doch anschließend, nachdem wir Kohlrabi gesät haben und ernten konnten, haben sie den probiert und fanden ihn total lecker.“, erzählte Frau Schier erfreut.  Viele Kinder haben gemerkt, dass das Gemüse, was sie anfangs nicht mochten, doch lecker schmecken kann. „Durch den Bezug zum Gemüse schätzen die kleinen Gärtner die Lebensmittel viel mehr und sind eher bereit, sie noch einmal zu probieren.“, stellte sie weiterhin fest. So kann man den Kindern eine gesunde Ernährung schmackhaft näherbringen.